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WIEVIEL IST GENUG? Postkartenbuch, '12.

Nicht mehr zu nehmen als notwendig, war unter anderem in verschiedenen indianischen Kulturen in Nordamerika ein Lebensführungsprinzip. Die Finanz- und kapitalistische Realwirtschaft wie auch der "normale" westliche Lebensstil sind davon denkbar weit entfernt. Wieviel ist genug? Eine einfache Frage, die viele Antworten aus vielen verschiedenen Perspektiven zulässt.

"Was zuviel ist, ist zuviel", meint ÖVP-Abgeordneter Werner Amon. "You never know what is enough until you know what is more than enough", antwortet BZÖ-Vorsitzender Josef Bucher mit einem Zitat des Dichters William Blake. "Kommt darauf", sinniert Medienmacher Oscar Bronner, wohingegen Weihbischof Andreas Laun seine Überlegungen in einem mehrseitigen Essay entwickelt.

"Ein bisschen weniger ist genug", glaubt der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer: "Stets ein bisschen weniger macht den Kopf frei und zufrieden, so wie ein Stück Schokolade stets glücklich macht." Sein Amtskollege Franz Pacher aus Kärnten hält "eine Staatsquote von 43 Prozent" für "wirklich mehr als genug". Und Werner Lampert, Erfinder von "Ja, natürlich" und "Zurück zum Ursprung", erklärt: "Das, was gesellschaftspolitisch, wirtschaftlich Tag für Tag geschieht, übersteigt alle unsere Vorstellungen von Genug."

Coop DIE FABRIKANTEN ist die Frage, wieviel genug sei im Winter 2011/2012 per Briefpost mit der Bitte um Antwort an über 1.000 AdressatInnen in Österreich ergangen - an einen bunten AdressatInnenkreis: hierarchisch hochrangige oder exponierte Wirtschaftstreibende, Finanz- und WirtschaftswissenschafterInnen, WürdenträgerInnen in Kirchen und Glaubensgemeinschaften, PhilosophInnen, Banker und SchuldenberaterInnen ebenso wie Interessens- und VolksvertreterInnen und schließlich JournalistInnen und MeinungsmacherInnen. Misstrauisch und pikiert haben einige Konzerne und Banken reagiert, die sich einer Antwort dann auch nobel enthalten haben.

44 Antworten u. a. noch von Altvizekanzler Erhard Busek, gpa-Vorsitzendem Wolfgang Katzian, Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig, GEA-Gründer Heini Staudinger und Caritas-Direktor Franz Küberl sind insgesamt eingetroffen. Zusammen ergeben sie ein lohnendes intellektuelles Panorama.

Versammelt sind sie in einem Postkartenbuch, das es gedruckt zum Preis von 14,- Euro bei mir gibt.

 

Idee, Briefverkehr etc.: Florian Sedmak
Gestaltung, Produktion etc.: Die Fabrikanten
 



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